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Ratgeber Immobilien

Immobilie bewerten: Wie viel ist mein Haus wert?

Vergleichswert, Sachwert, Ertragswert: Wie Immobilien bewertet werden, was den Preis bestimmt und welche Bewertung Sie wirklich brauchen.

3 Min. LesezeitAktualisiert: Oktober 2026Redaktion ImmoXpertGroup

Immobilienbewertung: Makler erläutert Eigentümern den Marktwert
Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt drei anerkannte Bewertungsverfahren: Vergleichswert, Sachwert und Ertragswert.
  • Welches Verfahren passt, hängt von der Art der Immobilie ab.
  • Online-Rechner geben nur eine grobe Spanne, weil sie Zustand und Mikrolage nicht kennen.
  • Für den Verkauf reicht meist eine fundierte Maklerbewertung, für Gericht oder Finanzamt braucht es oft ein Gutachten.

„Was ist mein Haus wert?“ Diese Frage stellen sich Eigentümer nicht nur vor einem Verkauf, sondern auch bei einer Erbschaft, einer Trennung oder bei der Planung des Ruhestands. In diesem Ratgeber erklären wir, wie Immobilien bewertet werden, welche Faktoren den Preis bestimmen und wann welche Art der Bewertung sinnvoll ist.

Die drei Bewertungsverfahren

In Deutschland regelt die Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV) drei Verfahren, an denen sich auch Makler orientieren:

Vergleichswertverfahren

Der Wert wird aus tatsächlich erzielten Kaufpreisen ähnlicher Immobilien in vergleichbarer Lage abgeleitet. Es ist das bevorzugte Verfahren für Eigentumswohnungen und unbebaute Grundstücke, weil hier meist genügend Vergleichsverkäufe vorliegen.

Sachwertverfahren

Hier wird der Bodenwert mit dem Wert des Gebäudes addiert. Der Gebäudewert ergibt sich aus den Herstellungskosten abzüglich der Alterswertminderung und wird mit einem Marktanpassungsfaktor an den regionalen Markt angepasst. Typisch für selbst genutzte Ein- und Zweifamilienhäuser.

Ertragswertverfahren

Maßgeblich ist, welche Mieteinnahmen die Immobilie nachhaltig erzielen kann. Das Verfahren wird vor allem bei Mehrfamilienhäusern, vermieteten Wohnungen und Gewerbeimmobilien eingesetzt.

Immobilie Vorrangiges Verfahren
Eigentumswohnung Vergleichswert
Einfamilienhaus, selbst genutzt Sachwert, ergänzt um Vergleichswerte
Mehrfamilienhaus, Kapitalanlage Ertragswert
Baugrundstück Vergleichswert, Bodenrichtwert

Was den Wert Ihrer Immobilie bestimmt

  • Lage: Ort, Straße, Umfeld, Infrastruktur, Anbindung und Ausblick
  • Größe: Wohnfläche, Grundstücksfläche, Zimmerzahl und Grundriss
  • Baujahr und Zustand: Bausubstanz, Dach, Fenster, Leitungen
  • Modernisierungen: Heizung, Dämmung, Bäder und Küche
  • Energieeffizienz: Seit dem Gebäudeenergiegesetz achten Käufer und Banken stärker auf Energieklasse und Heizungsart.
  • Ausstattung und Extras: Garage, Garten, Balkon, Einliegerwohnung, Photovoltaik
  • Marktlage: Zinsniveau, Nachfrage und Angebot in der Region

Online-Rechner, Makler oder Gutachter?

Art Geeignet für Grenzen
Online-Rechner Erste grobe Orientierung Kennt weder Zustand noch Mikrolage, oft große Spannen
Maklerbewertung vor Ort Verkauf, Vermietung, Entscheidungsgrundlage Kein Gutachten für Gericht oder Finanzamt
Verkehrswertgutachten Gericht, Finanzamt, Scheidung, Erbstreit Kostenpflichtig, häufig mehrere Tausend Euro
Unser Rat: Wenn Sie über einen Verkauf nachdenken, ist eine Bewertung vor Ort durch einen regionalen Makler meist die beste Grundlage. Sie ist bei uns für Eigentümer kostenfrei und berücksichtigt tatsächlich erzielte Preise im Landkreis Biberach.

Diese Unterlagen helfen bei der Bewertung

  • Grundriss und Wohnflächenberechnung
  • Energieausweis
  • Grundbuchauszug und Flurkarte
  • Nachweise über Modernisierungen
  • Bei vermieteten Objekten: Mietverträge und Mieteinnahmen
  • Bei Eigentumswohnungen: Teilungserklärung, Hausgeld, Protokolle

Wie es nach der Bewertung weitergeht, lesen Sie im Ratgeber Haus verkaufen in 10 Schritten. Bei einer geerbten Immobilie oder einer Trennung dient die Bewertung als neutrale Grundlage für alle Beteiligten.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Was kostet eine Immobilienbewertung?

Bei uns ist die Bewertung vor Ort für Eigentümer, die einen Verkauf oder eine Vermietung erwägen, kostenfrei. Ein Verkehrswertgutachten eines Sachverständigen kostet je nach Objekt häufig mehrere Tausend Euro.

Wie genau sind Online-Rechner?

Online-Rechner arbeiten mit Durchschnittswerten und kennen weder Zustand noch Mikrolage. Sie eignen sich für eine erste Orientierung, nicht als Grundlage für einen Verkauf.

Welches Verfahren wird für ein Einfamilienhaus verwendet?

Für selbst genutzte Einfamilienhäuser wird meist das Sachwertverfahren angewendet und durch Vergleichswerte ergänzt.

Wann brauche ich ein Verkehrswertgutachten?

Vor allem für Gericht und Finanzamt, etwa bei Erbschaftsteuer, Scheidung oder Streit unter Erben. Für einen normalen Verkauf reicht meist eine fundierte Maklerbewertung.