Verwaltungsbeirat in der WEG: Aufgaben, Rechte und Haftung
Was der Verwaltungsbeirat darf und muss, wie er gewählt wird, wie riskant das Amt ist und wie Beirat und Verwaltung gut zusammenarbeiten.

Foto: Breather breather, CC0, via Wikimedia Commons
- Der Verwaltungsbeirat unterstützt und überwacht den Verwalter.
- Seit der WEG-Reform kann die Gemeinschaft die Zahl der Beiräte frei bestimmen.
- Der Beirat soll Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung vor der Beschlussfassung prüfen.
- Ehrenamtliche Beiräte haften nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit.
In vielen Eigentümergemeinschaften ist der Verwaltungsbeirat das Bindeglied zwischen Eigentümern und Hausverwaltung. Ein engagierter Beirat sorgt dafür, dass Probleme früh erkannt und Entscheidungen gut vorbereitet werden. Doch was genau darf und muss ein Beirat? Und wie riskant ist das Amt? Hier die Antworten nach aktuellem Wohnungseigentumsgesetz.
Was ist der Verwaltungsbeirat?
Der Verwaltungsbeirat ist ein Gremium aus Wohnungseigentümern, das die Eigentümerversammlung per Beschluss bestellt. Rechtsgrundlage ist § 29 WEG. Ein Beirat ist nicht vorgeschrieben, wird aber in den meisten Gemeinschaften gebildet. Früher bestand er zwingend aus drei Mitgliedern. Seit der WEG-Reform kann die Gemeinschaft die Anzahl selbst festlegen, auch ein einzelner Beirat ist möglich.
Aufgaben des Verwaltungsbeirats
- Unterstützen und überwachen: Der Beirat begleitet die Arbeit des Verwalters und achtet darauf, dass Beschlüsse umgesetzt werden.
- Prüfen: Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung sollen vor der Beschlussfassung vom Beirat geprüft und mit einer Stellungnahme versehen werden.
- Vertreten: Gegenüber dem Verwalter vertritt der Vorsitzende des Beirats die Gemeinschaft, etwa beim Abschluss des Verwaltervertrags.
- Einberufen: Fehlt ein Verwalter oder weigert er sich pflichtwidrig, kann der Beiratsvorsitzende zur Eigentümerversammlung einladen.
- Vorbereiten: In der Praxis bereitet der Beirat mit dem Verwalter größere Maßnahmen vor, etwa Angebotsvergleiche für eine Sanierung.
Was darf der Beirat nicht?
Der Beirat ist kein zweiter Verwalter. Er kann keine Beschlüsse anstelle der Eigentümerversammlung fassen und dem Verwalter grundsätzlich keine Weisungen erteilen, es sei denn, die Gemeinschaft hat ihm per Beschluss bestimmte Befugnisse übertragen. Entscheidungen über Geld der Gemeinschaft trifft die Versammlung.
Haftung: Wie riskant ist das Amt?
Arbeitet der Beirat unentgeltlich, haftet er nach § 29 Abs. 3 WEG nur für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit. Das Risiko ist damit überschaubar. Viele Gemeinschaften schließen trotzdem eine Vermögensschadenhaftpflicht für ihre Beiräte ab, deren Kosten die Gemeinschaft trägt. Das ist ein gutes Signal an alle, die sich engagieren.
Wie Beirat und Verwaltung gut zusammenarbeiten
- Regelmäßiger Austausch, nicht nur vor der Versammlung
- Frühzeitige Information über Schäden, Angebote und anstehende Maßnahmen
- Einfacher Zugang zu Belegen und Unterlagen für die Prüfung
- Klare Absprachen, wer wofür zuständig ist
Wie die Abrechnung aufgebaut ist, die der Beirat prüft, erklärt der Ratgeber WEG-Jahresabrechnung. Ist der Beirat mit der Verwaltung dauerhaft unzufrieden, hilft der Ratgeber Hausverwaltung wechseln.


