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Ratgeber Hausverwaltung

Hausgeld: Was es ist, was es enthält und wie es berechnet wird

Bestandteile, Berechnung, übliche Höhe und Umlage auf Mieter: Das Hausgeld der Eigentumswohnung verständlich erklärt.

3 Min. LesezeitAktualisiert: Oktober 2026Redaktion ImmoXpertGroup

Moderne Wohnanlage, Hausgeld in der Eigentumswohnung

Foto: Grant Lemons grantlemons, CC0, via Wikimedia Commons

Das Wichtigste in Kürze

  • Hausgeld ist die monatliche Vorauszahlung jedes Wohnungseigentümers an die Gemeinschaft.
  • Es enthält Betriebskosten, Verwaltungskosten und die Zuführung zur Erhaltungsrücklage.
  • Nur ein Teil davon, die Betriebskosten, darf auf Mieter umgelegt werden.
  • Ein auffällig niedriges Hausgeld ist beim Kauf eher ein Warnsignal als ein Vorteil.

Wer eine Eigentumswohnung besitzt oder kaufen möchte, kommt am Hausgeld nicht vorbei. Es ist neben Kaufpreis und Finanzierung der wichtigste laufende Kostenfaktor. Trotzdem wissen viele nicht genau, was darin steckt und wie es berechnet wird. Dieser Ratgeber schafft Klarheit.

Was ist Hausgeld?

Das Hausgeld, auch Wohngeld genannt, ist die monatliche Vorauszahlung, die jeder Eigentümer an die Wohnungseigentümergemeinschaft leistet. Grundlage ist der Wirtschaftsplan, über dessen Vorschüsse die Eigentümer nach § 28 WEG beschließen. Am Jahresende wird über die Jahresabrechnung abgerechnet, ob nachgezahlt werden muss oder ein Guthaben entsteht.

Was ist im Hausgeld enthalten?

Bestandteil Beispiele Auf Mieter umlegbar?
Betriebskosten Wasser, Heizung, Müll, Hausmeister, Reinigung, Versicherung, Strom für Gemeinschaftsflächen Ja, wenn im Mietvertrag vereinbart
Verwaltungskosten Verwaltervergütung, Kontoführung Nein
Instandhaltung laufende Reparaturen am Gemeinschaftseigentum Nein
Erhaltungsrücklage Sparbetrag für größere Maßnahmen Nein

Die Grundsteuer ist übrigens nicht Teil des Hausgelds. Sie wird jedem Eigentümer direkt von der Gemeinde in Rechnung gestellt.

Wie wird das Hausgeld berechnet?

Die Kosten der Gemeinschaft werden nach dem Verteilerschlüssel auf die Eigentümer verteilt. Meist geschieht das nach Miteigentumsanteilen, bei verbrauchsabhängigen Kosten wie Heizung und Wasser nach Verbrauch. Die Gemeinschaft kann die Verteilung einzelner Kosten seit der WEG-Reform per Beschluss ändern.

Wie hoch ist ein normales Hausgeld?

Das hängt stark von Größe, Alter, Ausstattung und Zustand der Anlage ab. Aufzug, Tiefgarage oder ein Hausmeister erhöhen das Hausgeld, ebenso eine angemessen hohe Rücklage. Als grobe Faustregel liegt das Hausgeld meist spürbar über den umlagefähigen Nebenkosten, die ein Mieter für eine vergleichbare Wohnung zahlen würde, weil Verwaltung und Rücklage hinzukommen.

Warnsignal beim Kauf: Ein sehr niedriges Hausgeld wirkt attraktiv, bedeutet aber oft, dass zu wenig für die Rücklage gespart wird. Dann drohen später Sonderumlagen. Prüfen Sie deshalb immer auch den Stand der Rücklage und die Protokolle.

Hausgeld bei vermieteten Wohnungen

Vermieter können den Betriebskostenanteil des Hausgelds über die Nebenkostenabrechnung an den Mieter weitergeben. Verwaltungskosten, Instandhaltung und Rücklage trägt der Vermieter selbst. Steuerlich können diese Kosten in der Regel als Werbungskosten angesetzt werden, die Rücklage allerdings erst bei Verwendung.

Was passiert, wenn ein Eigentümer nicht zahlt?

Die Verwaltung mahnt säumige Eigentümer und setzt die Forderung notfalls gerichtlich durch. Hausgeldrückstände einzelner Eigentümer belasten die ganze Gemeinschaft, weil Rechnungen trotzdem bezahlt werden müssen. Ein konsequentes Mahnwesen gehört deshalb zu den wichtigsten Aufgaben der kaufmännischen Verwaltung.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Was ist im Hausgeld enthalten?

Betriebskosten wie Wasser, Heizung, Müll und Versicherung, dazu Verwaltungskosten, laufende Instandhaltung und die Zuführung zur Erhaltungsrücklage.

Ist die Grundsteuer im Hausgeld enthalten?

Nein. Die Grundsteuer wird jedem Eigentümer direkt von der Gemeinde berechnet.

Kann ich das Hausgeld auf meinen Mieter umlegen?

Nur den Betriebskostenanteil, und nur wenn der Mietvertrag es vorsieht. Verwaltung, Instandhaltung und Rücklage trägt der Vermieter.

Was bedeutet ein sehr niedriges Hausgeld?

Oft, dass zu wenig für die Erhaltungsrücklage gespart wird. Dann drohen später Sonderumlagen.