Hausgeld: Was es ist, was es enthält und wie es berechnet wird
Bestandteile, Berechnung, übliche Höhe und Umlage auf Mieter: Das Hausgeld der Eigentumswohnung verständlich erklärt.

Foto: Grant Lemons grantlemons, CC0, via Wikimedia Commons
- Hausgeld ist die monatliche Vorauszahlung jedes Wohnungseigentümers an die Gemeinschaft.
- Es enthält Betriebskosten, Verwaltungskosten und die Zuführung zur Erhaltungsrücklage.
- Nur ein Teil davon, die Betriebskosten, darf auf Mieter umgelegt werden.
- Ein auffällig niedriges Hausgeld ist beim Kauf eher ein Warnsignal als ein Vorteil.
Wer eine Eigentumswohnung besitzt oder kaufen möchte, kommt am Hausgeld nicht vorbei. Es ist neben Kaufpreis und Finanzierung der wichtigste laufende Kostenfaktor. Trotzdem wissen viele nicht genau, was darin steckt und wie es berechnet wird. Dieser Ratgeber schafft Klarheit.
Was ist Hausgeld?
Das Hausgeld, auch Wohngeld genannt, ist die monatliche Vorauszahlung, die jeder Eigentümer an die Wohnungseigentümergemeinschaft leistet. Grundlage ist der Wirtschaftsplan, über dessen Vorschüsse die Eigentümer nach § 28 WEG beschließen. Am Jahresende wird über die Jahresabrechnung abgerechnet, ob nachgezahlt werden muss oder ein Guthaben entsteht.
Was ist im Hausgeld enthalten?
| Bestandteil | Beispiele | Auf Mieter umlegbar? |
|---|---|---|
| Betriebskosten | Wasser, Heizung, Müll, Hausmeister, Reinigung, Versicherung, Strom für Gemeinschaftsflächen | Ja, wenn im Mietvertrag vereinbart |
| Verwaltungskosten | Verwaltervergütung, Kontoführung | Nein |
| Instandhaltung | laufende Reparaturen am Gemeinschaftseigentum | Nein |
| Erhaltungsrücklage | Sparbetrag für größere Maßnahmen | Nein |
Die Grundsteuer ist übrigens nicht Teil des Hausgelds. Sie wird jedem Eigentümer direkt von der Gemeinde in Rechnung gestellt.
Wie wird das Hausgeld berechnet?
Die Kosten der Gemeinschaft werden nach dem Verteilerschlüssel auf die Eigentümer verteilt. Meist geschieht das nach Miteigentumsanteilen, bei verbrauchsabhängigen Kosten wie Heizung und Wasser nach Verbrauch. Die Gemeinschaft kann die Verteilung einzelner Kosten seit der WEG-Reform per Beschluss ändern.
Wie hoch ist ein normales Hausgeld?
Das hängt stark von Größe, Alter, Ausstattung und Zustand der Anlage ab. Aufzug, Tiefgarage oder ein Hausmeister erhöhen das Hausgeld, ebenso eine angemessen hohe Rücklage. Als grobe Faustregel liegt das Hausgeld meist spürbar über den umlagefähigen Nebenkosten, die ein Mieter für eine vergleichbare Wohnung zahlen würde, weil Verwaltung und Rücklage hinzukommen.
Hausgeld bei vermieteten Wohnungen
Vermieter können den Betriebskostenanteil des Hausgelds über die Nebenkostenabrechnung an den Mieter weitergeben. Verwaltungskosten, Instandhaltung und Rücklage trägt der Vermieter selbst. Steuerlich können diese Kosten in der Regel als Werbungskosten angesetzt werden, die Rücklage allerdings erst bei Verwendung.
Was passiert, wenn ein Eigentümer nicht zahlt?
Die Verwaltung mahnt säumige Eigentümer und setzt die Forderung notfalls gerichtlich durch. Hausgeldrückstände einzelner Eigentümer belasten die ganze Gemeinschaft, weil Rechnungen trotzdem bezahlt werden müssen. Ein konsequentes Mahnwesen gehört deshalb zu den wichtigsten Aufgaben der kaufmännischen Verwaltung.


